Ehelicher Betrug und ein Kleid: Wie Aenne Burda durch die Untreue ihres Mannes ein Modeimperium schuf

Aenne Magdalena Lemminger war ihr Geburtsname. Seit ihrer frühen Kindheit wusste Aenne, dass sie nie wie ihre Mutter sein würde! Sprachlos, still, unterwürfig Frau ihr ganzes Leben gewidmet, um die Familie, lebte zum Wohle ihres Mannes und drei Kinder, nicht an ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu denken.

Bei der jungen Aenne löste eine solche Selbstaufopferung Protest aus: Wie kann man nur so respektlos sein? Sie liebte ihre Mutter, aber dennoch weckte ihr Vater in dem Mädchen viel wärmere Gefühle: Sie respektierte ihn, liebte ihn nicht nur, sie war ein echtes “Daddy’s little girl”.

Eine vorbildliche deutsche Ehefrau und Mutter

Der Beginn ihres unabhängigen Erwachsenenlebens ähnelte jedoch in vielerlei Hinsicht dem ihrer Mutter. Eine Klosterschule, gefolgt von einer einjährigen kaufmännischen Ausbildung, war alles, was sich Aenne damals leisten konnte. Die junge Frau bekam einen Job im örtlichen Elektrizitätswerk als Kassiererin.

Und eines Tages brachte ein gut aussehender junger Mann die Stromrechnung. Wie sich herausstellte, war Franz Burda der Besitzer einer kleinen Druckerei. Nette, gut erzogene junge Frau gewann sein Herz, sie mochte ihn auch. Im Sommer 1931 wurde Aenne seine Frau.

Und 20 Jahre lang “klebte” sie zwischen den Töpfen und Windeln und wurde eine vorbildliche Ehefrau und Mutter. Sie brachte drei Kinder zur Welt und wartete nach der Arbeit auf ihren Mann.

Eine Affäre mit einer Sekretärin

Und Franz war nicht in der Lage, die Bemühungen seiner Frau zu würdigen. Er nahm sich eine Mätresse, praktisch eine zweite Familie. Und alles verloren.

Die Geschichte war banal: eine Affäre mit seiner Sekretärin. Aber die Romanze war sehr lang, die Frau gebar sogar ein Kind von dem Chef. Lange Zeit konnte die Kommunikation ein Geheimnis bewahren. Aber eines Tages fand Aenne alles heraus.

Es ist schwer, ein neues Leben zu beginnen, wenn man über vierzig ist. Und doch hat sie es getan. Das erste, was sie tat, war, gute Anwälte zu engagieren und die Zeitschrift und die Druckerei zu übernehmen, die Franz seiner Geliebten geschenkt hatte. Das Magazin lebte buchstäblich seine letzten Tage aus – und machte keinen Gewinn. Aber Aenne sagte zu sich selbst: “Ich will es!”

Erfolgreich und unabhängig

Offenbar war der Groll und die Wut auf ihren untreuen Ehemann zu stark.

Aenne wusste nicht, wie man näht. Sie hatte zuvor noch nie versucht, Zeitschriften zu veröffentlichen. Aber sie wusste sehr genau, was sie wollte. Erfolgreich und unabhängig zu werden, und Frauen zu helfen, schön und modisch auszusehen.

Sie stürzte sich kopfüber in ihr neues Geschäft. Sie suchte selbst nach Schneiderinnen und überwachte deren Arbeit. Sie engagierte Fotografen und wählte die besten Models und die besten Aufnahmen aus. Sie dachte an die Gestaltung von Modemagazinen, lernte Couturiers kennen, studierte Verlagswesen.

Und all diese titanischen Anstrengungen waren nicht umsonst. Die 1950 erschienene erste Ausgabe von Burda moden war sofort ausverkauft! Nun konnten sich deutsche Frauen schön kleiden, ohne viel Geld auszugeben, hochwertige Muster verwenden und ihre Phantasie zeigen.

In der Nachkriegszeit gelang es Aenne, eine wichtige Nische zu finden. Sie begann mit einer Auflage von 100 Tausend und in zwei Jahren hatte ihre Zeitschrift eine Auflage von 500 Tausend Exemplaren, jede Ausgabe war sofort ausverkauft.

Inspiriert von ihrem Erfolg begann Aenne, sich anders zu fühlen – als Geschäftsfrau und erfolgreiche Unternehmerin. Gnädig verzieh sie ihrem Mann und erlaubte ihm, in der Familie zu bleiben, wobei sie die einzige Bedingung stellte: seine Liebhaberin mit dem Kind soll die Stadt verlassen.

Aber das war jetzt für sie nicht die Hauptsache. Sie war völlig gefesselt von dem neuen interessanten und profitablen Geschäft. Aenne arbeitete weiter und vergaß dabei die Ruhe.

Ein glücklicher Lebensabend

Aenne Burda hielt lange die Fäden in der Hand und blieb bis in die 1990er Jahre Chefredakteurin ihrer Zeitschrift. Dann gönnte sich die ältere, aber sehr elegante Frau endlich eine Pause – und ging auf Reisen. In jedem Land wurde sie wie eine Königin empfangen, und überall eroberte sie die Menschen mit ihrem Sinn für Stil.

Sie lebte ein langes Leben und verstarb im Alter von 96 Jahren. Heute inspiriert ihr Beispiel Frauen, die nicht damit einverstanden sind, nur ein “Anhängsel” des Mannes zu sein. Jeder kann es schaffen – das hat Frau Aenne bewiesen.

Quelle: goodhouse.com

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