Eine mutige Tat: ein Mann kündigte seinen Job, zog in die Wildnis Alaskas, baute sich ein Haus und lebte 30 Jahre lang in völliger Isolation

Richard Proenneke kann man zu jenen Draufgängern zählen, die bereit sind, ihre eigene Kraft zu testen, langweilige Arbeit und Routine des Lebens aufzugeben und dorthin zu gehen, wo es schöne Natur und frische Luft gibt. Dafür zog er aus der Stadt in die Wildnis Alaskas.

Richard Lewis Proenneke wurde am 4. Mai 1916 in Iowa geboren. Nach dem Angriff Japans auf Pearl Harbor wurde Richard, wie viele Jungen, mobilisiert. Proenneke trat als Matrose in die Marine ein.

Während seines Stadtausgangs reiste Richard aus der Stadt heraus, wo er einen Gipfel eines lokalen Berges erklomm. Aus einem harmlosen Ausflug wurde ein Krankenhausaufenthalt nach rheumatischem Fieber. 

Aber trotzdem fühlte sich Richard in der Natur am besten. So zog er nach Beendigung seines Pflichtdienstes nach Oregon und begann, auf einer Ranch Schafe zu züchten. Nachdem er mit den Schafen Geld verdient hat, findet der Mann einen neuen Job. Er bekommt einen Job auf einem Marineflugplatz in Kodiak. Doch die Arbeit als Bediener und Monteur brachte nicht viel Freude, so dass Richard bald kündigte.

Die nächsten Jahre verbrachte er damit, in Alaska herumzureisen. Er arbeitete als Mechaniker auf einem Fischerboot, das auf Lachs fischte. Dann ging Proenneke zur Arbeit für den Fish and Wildlife Service. Er engagierte sich für den Schutz des Königslachses.

Aufgrund seines Talents als Mechaniker waren seine Dienste stets gefragt. So konnte Richard genug Geld verdienen, um sich zur Ruhe zu setzen.

Am 21. Mai 1968 wurde Proenneke “pensioniert” und beschloss, nach Alaska zu ziehen. Richard wollte sich selbst zu testen – ob er allein in der Wildnis leben konnte. Er wählte einen malerischen Ort in der Gegend der Twin Lakes.

Mit dem Freund Captain Spike Carrithers, der in Kodiak lebte, verabredete er sich zum ersten Mal, um in dessen Berghütte zu wohnen. Und in der Zwischenzeit machte sich Richard daran, seine eigene Wohnung zu bauen. 

Die Erfahrung eines Schreiners war sehr hilfreich. Der Mann hat nicht nur die Hütte errichtet, sondern auch die notwendigen Möbel gebaut. Die Größe der Hütte betrug vier mal fünf Meter. Alle Baumaterialien holte er aus dem Wald und vom See.

Proennekes Einsamkeit wurde gelegentlich von Leon Ellsworth durchbrochen, der in seiner Freizeit einflog, um seinen Freund zu besuchen. Leon hat Einkäufe mitgebracht. Außerdem machte Richard immer eine Liste mit allem, was er brauchte. Und Leon würde ihn beim nächsten Mal mit Proviant versorgen.

Nachdem alles vorbereitet war, lebte er die nächsten dreißig Jahre ganz allein am Seeufer. Nur gelegentlich besuchte er seine Verwandten. Richard hat alles, was passiert ist, auf Video aufgenommen. Außerdem notierte er meteorologische und Naturbeobachtungen. Er hatte kein Wi-Fi, kein Licht und keine Wasserleitung.

Für viele Menschen sind lange Zeiträume ohne Kommunikation eine echte Herausforderung. Richard war der einzige, der ganz andere Sorgen hatte. Er war besessen davon, die Tierwelt zu beobachten und sich Notizen zu machen.

Um sich einsam zu fühlen, hatte er einfach keine Zeit. Richard war ständig damit beschäftigt, etwas zu tun. Wenn er sich nicht um das Überleben sorgen musste, schrieb er Notizen über das Wetter, Pflanzen oder Tiere.

Richard reiste auch gerne. Oft kletterte er auf einen der Berggipfel und genoss von dort aus eine atemberaubende Aussicht. Der Einsiedler reiste mehr als fünfzehnhundert Kilometer im Jahr, um die Tierwelt um ihn herum zu sehen.

Richard selbst sagte:
“Haben Sie schon einmal nach einem Sommerregen unglaublich große Blaubeeren gepflückt, sind in einem Hain von Pappeln spazieren gegangen, die wie eine Art Park wachsen, und haben den unglaublich blauen Himmel hinter dem schimmernden Gold der Blätter gesehen? Trockene Wollsocken anziehen, nachdem man die nassen ausgezogen hat? Aufgewärmt bei Minusgraden in der Wärme eines Waldbrandes? Und die Welt ist voll von solch einfachen Freuden…”

Doch als Proenneke 82 Jahre alt wurde, musste er in die Zivilisation zurückkehren, da sein Zustand es ihm nicht erlaubte, ein Einsiedlerleben zu führen. Nachdem er lange Zeit unter rauen klimatischen Bedingungen gelebt hatte, zog Richard in das Haus seines Bruders im warmen Kalifornien.

Quelle: lifter.com

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