Deutschland erneuert Salzkühlturm, Details

Bad Dürrenberg investiert 2,9 Millionen Euro in die Sanierung des längsten historischen salzbetriebenen Kühlturms in Deutschland

Bad Dürrenberg – Speisesalz ist seit Jahrhunderten ein sehr wertvolles Gut – und das nicht nur, weil es für den menschlichen Körper lebenswichtig ist. Vor der Erfindung des Kühlschranks war es auch ein sehr wichtiges Konservierungsmittel für Lebensmittel. Der Salzhandel war nicht nur hochprofitabel, er war auch eine Angelegenheit von nationaler Bedeutung.

Wie wurde Salz gefunden und abgebaut?
Bevor die reichen unterirdischen Steinsalzvorkommen in Deutschland abgebaut wurden, war es üblich, Salz in Form von Kühltürmen zu gewinnen. Genauer gesagt, wurden sie in einem Stadium des Prozesses verwendet. An Orten, an denen Mineralquellen mit hohem Salzgehalt entdeckt wurden, wurden Bohrungen vorgenommen und Pumpen installiert, die z.B. von Windrädern angetrieben wurden. Die Sole von dort wurde in die darüber liegenden Tröge gepumpt.

Das Wasser wurde auf Dornenzweige geschüttet und zerfiel auf seinem Weg nach unten immer wieder in Tröpfchen, die zum Teil auf natürliche Weise verdunsteten, was zu einer erhöhten Konzentration von Sole führte, die sich in den Tanks darunter sammelte. Diese noch stärker gesättigte Lösung wurde dann gepumpt und in riesigen flachen Bottichen über einem Feuer eingedampft: das Brausalz.

Atmen im Schlehdorn
Um die Mitte des XIX. Jahrhunderts begann man, die Kühltürme auch für medizinische Zwecke zu nutzen, indem man sozusagen fern der Meeresküste die mit verschiedenen Mikroelementen gesättigte Seeluft einatmete. Die Gewinnung von Salz auf diese Weise ist in Deutschland längst eingestellt, aber Kühltürme sind vielerorts erhalten geblieben und werden in gutem Zustand gehalten. Mancherorts bauten sie sogar neue Strukturen mit speziellen Laufdecks und sogar Inhalationsräumen im Inneren. Sie sind mittlerweile fester Bestandteil der offiziellen Heilbäder, wie z.B. in Bad Nauheim, Bad Sassendorf und Bad Salzuflen.

Demonstrationsversuch
Wenn Sie sich bei trockenem, heißem Wetter neben Ihr Mobiltelefon setzen und es in den Händen halten, um z. B. etwas darauf zu lesen, dann bekommen Sie nach fünf bis zehn Minuten einen weißlichen Film auf dem Bildschirm. Dies zeigt deutlich die Sättigung der Luft mit Salzen und anderen Verbindungen.

Der längste historische Kühlturm Deutschlands steht im Bundesland Sachsen-Anhalt in der Kurstadt Bad Dürrenberg, wo alle diese Fotos entstanden sind. Die Gesamtlänge der Anlage beträgt mehr als 630 Meter. Der Salzabbau begann hier im Jahr 1765. Zu diesem Zweck wurde ein mehr als 220 m tiefer Brunnen gebohrt. Die Erkundung, die vorbereitenden Arbeiten und der Bau dauerten eineinhalb Jahrzehnte. Das Heilbad wurde im Jahr 1846 eröffnet.

Salzkühlturm – für die Gartenschau
Solche Kühltürme müssen regelmäßig erneuert werden – insbesondere durch den Austausch von Dornenzweigen, die mit Krusten aus Gips und verschiedenen eisenhaltigen Verbindungen bedeckt sind. Es sind die Dornenzweige, die traditionell in Salztürmen verwendet werden: Sie sind für diesen Zweck am besten geeignet. Auch Holzbalken und andere Teile der Struktur leiden unter dem ständigen Kontakt mit Feuchtigkeit und Salz und müssen daher manchmal ausgetauscht werden.

Solche Arbeiten laufen derzeit in Bad Dürrenberg, mit einem Budget von rund 2,9 Millionen Euro. Dies ist Teil der Vorbereitungen für die Landesgartenschau Sachsen-Anhalt, die hier im Jahr 2023 stattfinden wird.

Quelle: dw.com

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